Die perfekte Bewerbung schreiben

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Archiv für März, 2011

Menschen mit Behinderung sind im Bewerbungsverlauf keine Exoten

Mittwoch 23. März 2011 von Der Bewerbungsratgeber

Sie müssen überzeugen. Mit Wissen, Sympathie und Positivismus.

Matthias M. ist Sozialpädagoge. Nach seiner kaufmännischen Schulausbildung hat er sich zu einer Ausbildung zum Sozialpädagogen entschieden. Der 27-jährige Mann hat eine Cerebralparese und sitzt im Rollstuhl. Seine Ausbildung zum Sozialpädagogen hat er vor zwei Jahren abgeschlossen. Seitdem ist Matthias M. auf Jobsuche. „Mehr oder weniger intensiv“, wie er selbst sagt.

Matthias M. hat bereits zwei Praktika in betreuten Wohneinrichtungen absolviert. „Daraus hat sich aber leider nie eine Anstellung ergeben“, sagt der junge Mann etwas verzweifelt.

Richtige Stellenauswahl – Voraussetzung für den Erfolg

Mattias M. hat selbst in einer betreuten Wohneinrichtung gelebt, bevor er vor drei Jahren mit seiner heutigen Frau in eine eigene Wohnung gezogen ist. „Ich kenne das System, die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap“, sagt Matthias M. und fragt sich, warum er aufgrund dieses großen Wissens keinen Job als Sozialpädagoge in einer betreuten Wohneinrichtung findet.

Michael Graus, Koordinator für die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung beim bfz Augsburg weiß die Antwort: „Man sollte sich nur dort bewerben, wo die Einschränkung nicht von überragender Bedeutung ist.“

Matthias M. verfügt zwar über ein großes theoretisches und sicher auch praktisches Wissen über betreute Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung. Aufgrund seines eigenen Handicaps kann er die Kollegen bei den alltäglichen Arbeiten allerdings nicht vollwertig unterstützen.

Um sich erfolgreich für einen Arbeitsplatz zu bewerben, muss Matthias M. seinen Fokus bei der Jobsuche auf Stellen lenken, bei denen sein Handicap keine Relevanz hat und er sein besonderes Wissen trotzdem ausspielen kann.

Gretchenfrage: Behinderung erwähnen – ja oder nein?

Konstanze A. möchte sich auf eine Stelle als Verwaltungskraft bewerben. Sie hat eine Hörbeeinträchtigung, kann aber mit ihren Hörgeräten Telefonate und Konversationen führen. Die 41-Jährige will nach der Geburt ihrer zwei Kinder wieder ins Berufsleben einsteigen. Sie hat sich eine längere Auszeit gegönnt und möchte jetzt als Teilzeitkraft ins Berufsleben einsteigen. Berufserfahrung bringt sie mit und auch eine solide Ausbildung. Außerdem hat sich Konstanze A. während ihrer Auszeit mit Fortbildungen auf dem aktuellen Stand in Sachen Computeranwendung gehalten. Konstanze A. ist allerdings unschlüssig, ob sie ihre Behinderung im Bewerbungsschreiben oder beim Vorstellungsgespräch ansprechen soll oder nicht.

„Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten“, sagt Michael Graus. „Je offensichtlicher eine Behinderung ist, umso eher sollte man sie in eine schriftliche Bewerbung mit aufnehmen“, rät Michael Graus. Konstanze A. kann ihre Behinderung im Bewerbungsschreiben aussparen. Allerdings rät Michael Graus dazu, Handicaps beim Vorstellungsgespräch darzulegen. „Am besten ist es, die Behinderung in einer ruhigen Phase des Bewerbungsgesprächs anzusprechen. Wichtig dabei ist, dass man das Handicap nicht einfach auf den Tisch legt. Man soll sein Handicap so darstellen, dass der Arbeitgeber auch etwas damit anfangen kann“, sagt Graus.

Michael Graus rät davon ab, eine Behinderung zu verschweigen. Auch wenn sie für den aktuellen Job nicht relevant ist. „Man weiß nicht, womit man es zu tun bekommt. Ein Jobprofil verändert sich im Laufe der Jahre. Es kann zu Versetzungen kommen“, sagt Graus. Rechtlich muss man eine Behinderung nur dann angeben, wenn sie für eine Tätigkeit von Bedeutung ist. Zum Schutz für sich selbst und zur Absicherung gegenüber dem Arbeitgeber, sollte man dies fairerweise aber jedem Fall tun.

Eventuell baut sich sonst im Laufe der Zeit ein Lügengebäude aus, das schließlich wie ein Kartenhaus zusammenstürzt. „Auf eine kleine Notlüge folgt die nächste. Der Arbeitgeber muss detektivische Fähigkeiten entwickeln und die Spekulationen galoppieren dahin“, sagt Graus. All dem kann man entgegenwirken, wenn man sein Handicap angemessen darlegt und dem Arbeitgeber glaubhaft vermittelt, dass man trotz seiner Beeinträchtigung vollschichtig für diese Stelle einsetzbar ist.

Mitleidsfaktor ade – Jobchancen juchhe

Franziska E. hat sich auf eine Stelle im öffentlichen Dienst beworben. In der Bewerbung steht, dass Menschen mit Schwerbehinderung bei gleicher Qualifikation bevorzugt behandelt werden. Die 21-jährige, die seit einem Autounfall als Kind im Rollstuhl sitzt, hat soeben ihre Ausbildung zur Bürokraft abgeschlossen. Die junge Frau ist sich sicher, dass sie den Job bekommen wird. Sie rechnet nicht damit, dass sich in ihrer kleinen Heimatstadt viele Menschen mit Handicap für diese Stelle interessieren. In ihrer Bewerbung erwähnt sie ihre Behinderung gleich mehrmals. Tatsächlich wird sie auch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Franziska E. erzählt ausführlich von ihrer Behinderung. Sie legt deutlich dar, was sie alles nicht kann, wo sie geschont werden muss, welche Umrüstungsmaßnahmen für sie vorgenommen werden müssen und welche finanziellen Vorteile sie als Mensch mit Behinderung bringt. Fransiska E. bekommt den Job nicht. Was ist falsch gelaufen?

So einiges. „Kein Mensch mit Behinderung wird eingestellt, weil er finanzielle Vorteile bringt“, stellt Michael Graus fest: „Menschen mit Behinderung sind erstmal – aus Sicht des Arbeitsgebers – nachteilig. Sie bekommen Sonderurlaube und haben einen besonderen Kündigungsschutz.“ Wenn es dem Bewerber gelingt, den Arbeitgeber von seinen Qualitäten zu überzeugen und die scheinbaren Nachteile als Vorteile darzustellen, dann hat er Chancen, den Posten auch zu bekommen. „Positive Aggressivität ist gefragt! Ein Arbeitgeber stellt nur jemanden ein, von dem er das Optimum an Leistungsfähigkeit erhält“, sagt Graus.

Durchsetzen mit Fähigkeiten und Positivismus

„Das Entscheidende muss im Kopf des Bewerbers passieren“, weiß Michael Graus:
„Man muss mit seinem Wissen, mit seiner Sympathie und seiner Toughheit überzeugen. Man muss in gewisser Form Positivist sein!“

Und wenn es schon mit dem Bewerbungsschreiben so überhaupt nicht klappen will? Wenn jeder Bewerbungsbrief maximal mit einer Absage beantwortet wird? „Dann funktioniert das Selbst-Marketingkonzept nicht!“, weiß Graus. Der Koordinator für die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung empfiehlt, die Bewerbungsunterlagen mit einer kompetenten Person zu überarbeiten. Einzelfallberatungen, zum Beispiel beim bfz kosten um die 150 Euro aufwärts und können oft Wunder wirken.

Steigern Sie Ihren Marktwert! Verbessern Sie Ihr Marketingkonzept und werden Sie zum Positivisten! Sie bewerben sich in Konkurrenz mit allen anderen. Diese mögen fitter sein oder jünger, aber Sie haben Ihre Vorteile! Überzeugen Sie Ihren zukünftigen Arbeitgeber davon!

Sinnvoll ist grundsätzlich für alle, sich bei seinen Bewerbungsbemühungen von Experten und Profis helfen zu lassen. Hier sollte man unbedingt auch auf echte Experten achten und die leider immer öfter auftretenden selbsternannten Berater und deren Halbwissen meiden. Oftmals erreicht man sonst durch falsche Beratung und Anleitungen nur das Gegenteil. Nämlich Absagen und Nierlagen.

Der Berliner Bewerbungscoach und Experte Jörns Bühner (Agentur Bühner Personaldienstleistungen) hat einen Bestseller-Bewerbungsratgeber geschrieben, in dem er mit einer Schritt für Schritt Anleitung JEDEN, der es möchte, zu einer perfekten Bewerbung bringen kann.

Mehr Information dazu gibt es hier:

http://www.meine-perfekte-bewerbung.com

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Die Dritte Seite in der Bewerbung – sinnvoll oder überflüssig?

Mittwoch 9. März 2011 von Der Bewerbungsratgeber

Sie ist bei Personalern oftmals nicht so sehr beliebt

Die Dritte Seite bei Bewerbungen ist nicht unumstritten. Viele der Personaler sehen sie nicht so gern. Der Grund liegt wohl eher darin, dass die Bewerbungen dadurch zusätzlich, oftmals nicht sehr gut, aufgebläht werden und der Aufwand der Durchsicht dadurch unnötig erhöht wird.

Häufig werden allgemeingültige Attribute wie flexibel, belastbar, ergebnisorientiert u. ä. verwendet. Abgesehen davon, dass jeder Bewerber dies von sich behaupten kann, handelt es sich hierbei um Selbstverständlichkeiten im Berufsleben, die somit nichts Konkretes über die Persönlichkeit des Bewerbers aussagen. Man kann auch Worthülsen dazu sagen.

Kaum jemand wird offen zugeben, dass er so unflexibel wie eine Betonwand ist, sich bei jeder kleinen Schwierigkeit oder erhöhtem Arbeitsaufkommen einen Krankenschein nimmt und dass seine Arbeitsweise eher unstrukturiert ist, sodass er nur selten zu guten und klaren Arbeitsergebnissen kommt.

Alternativen bei der Dritten Seite der Bewerbung
Es mutet selbstverständlich und somit überflüssig an, wenn ein Buchhalter von sich im Kurzprofil schreibt, dass er sehr präzise sei, denn gerade im Bereich der Buchhaltung ist eine präzise, äußerst korrekte Arbeitsweise unabdingbar. Wenn ein Call Center Agent in der Dritten Seite schreibt, dass er gerne telefoniert, ist dies ebenso selbstverständlich, denn wenn er nicht eine gewisse Affinität zum Telefonieren und zum Telefonverkauf besäße, wäre er kaum erfolgreich in seinem Beruf.

Es bieten sich Alternativen an, die den Bewerber zwar mit seinen Kerneigenschaften beschreiben, aber die mittlerweile abgedroschenen Begriffe wie flexibel, belastbar und kommunikativ außer Acht lassen. Ein Call Center Agent kann beispielsweise darauf hinweisen, dass er rhetorisch überzeugend auftritt und hierdurch eine langfristige Kundenbindung erzielt.

Auch ein Hinweis auf überdurchschnittliches Engagement ist bei allen Berufsgruppen ein Zeichen für Leistungswillen, der über das normale Maß hinaus geht. Eine solche Spezifikation liest sich wesentlich besser als das reine Attribut “engagiert”.

Vorsicht bei der Verwendung von kommunikativ und kommunikationsstark im Kurzprofil
Bei Verwendung der Wörter kommunikativ, kommunikationsstark und kommunikationsfähig ist ohnehin Vorsicht geboten. Der Begriff “kommunikativ” wird eher mit der Tratschbase vom Dienst assoziiert als mit seriöser, berufsadäquater Gesprächsführung, ähnliches gilt auch für das Adjektiv “kommunikationsstark”, das vielfach mit “heißer Luft” in Verbindung gebracht wird.

Unter Kommunikationsfähigkeit ist lediglich zu verstehen, dass jemand aus physiologischer Sicht in der Lage ist zu sprechen, sodass die Verwendung dieses Wortes eher unfreiwillig komisch anmutet. Als Alternativen bieten sich eher Formulierungen an wie: sprachgewandt, rhetorisch begabt, gute Rhetorik u. ä.

Die Dritte Seite in der Bewerbung: keine Aneinanderreihung von Selbstverständlichkeiten
Anhand dieser Ausführungen wird deutlich, dass die Aussagekraft der Dritten Seite auch davon abhängt, wie individuell sich der Bewerber hierdurch präsentiert. Eine Dritte Seite, auf der lediglich selbstverständliche, berufsrelevante Eigenschaften aufgelistet werden, die auch auf viele tausend andere Bewerber zutreffen, verfehlt ihren Zweck.

Neben reinen Eigenschaftsbeschreibungen können natürlich auch ausformulierte Sätze gewählt werden, die ebenfalls über Selbstverständlichkeiten hinausgehen. Auch das Zitat eines Dichters oder einer anderen bekannten Persönlichkeit kann, wenn sie zum Bewerber und der angestrebten Position passt, wesentlich mehr aussagen als die reine Aneinanderreihung von Selbstverständlichkeiten.

Natürlich sollte auch in diesen Fällen auf abgedroschene Sprüche wie “Der Weg ist das Ziel” oder “Ohne Fleiß kein Preis” verzichtet werden.

Ist eine Dritte Seite in der Bewerbung zwingend notwendig?
Normalerweise sind für eine Bewerbung Anschreiben, Lebenslauf, ggf. Lichtbild und relevante Zeugnisse völlig ausreichend, wobei die Dritte Seite also eher ein Kann als ein Muss ist. Gerade vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dieses Dokument zu einem Eyecatcher zu gestalten anstatt Selbstverständlichkeiten aufzulisten oder Aspekte, die bereits in Anschreiben und/oder Lebenslauf auftauchen, zu wiederholen.

Abschliessend kann gesagt werde, dass die Dritte Seite nicht wirklich notwendig ist. Bewerbungen ohne Dritte Seite, nur mit einem perfekt gestalteten Deckblatt, einem perfekten Anschreiben und einem ebensolchen Lebenslauf sind nicht nur ausreichend, oftmals sind sie auch erfolgreicher.

Quelle: u.a. vnr.de

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