Die perfekte Bewerbung schreiben

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Archiv für Oktober, 2011

Richtig bewerben und dann voll durchstarten!

Freitag 28. Oktober 2011 von Der Bewerbungsratgeber

Die richtige Bewerbungsstrategie ist gerade heute, in schwierigen Zeiten, wichtiger denn je.

Denn die Arbeitgeber haben meist eine gößere Bewerberauswahl. Wir sagen, worauf Bewerber achten müssen.

Für sich selbst zu werben ist nicht jedermanns Sache. Aber genau das muss jeder können, der sich aus der Masse von Bewerbern herausheben will.

Birthe Schierenstedt hat mit Eigen-Marketing keine Probleme. Die Touristikerin mit Bachelor-Abschluss hatte schon vier Wochen nach der Kündigung durch ihren insolventen Exarbeitgeber wieder einen Vertrag in der Tasche. Ihr Schlüssel zum Erfolg: „Kompetent auftreten, sehr eigenständig, überzeugend. Man muss seine Qualifikationen herausstellen und das mit Beispielen belegen“, sagt sie. Die junge Frau hat nichts dem Zufall überlassen, bis sie ihre neue Stelle im Veranstaltungs-Marketing von Reiseland bekam. Für die 25 Bewerbungen, die sie bis dahin geschrieben hatte, „optimierte“ sie ihren Lebenslauf und stellte eine „Leistungsbilanz“ auf, in der sie besondere Projekte hervorhob. All das erzählt sie, als wäre es selbstverständlich. Zusätzlich achtete sie auf das Timing: Ihre Bewerbung sollte nicht mit allen anderen in den ersten drei Tagen eintreffen, besser etwas später.

Eine sehr gute Bewerbung ist keine Jobgarantie, aber ohne sie hat man kaum Chancen. Dabei hat sich vieles verändert: Schon die Mappen – ob elektronisch oder in Papierform – werden immer individueller, sagt Expertin und Autorin Anne Jacoby. „Personalchefs erwarten eine Art Selbstgutachten, das etwas über die Persönlichkeit verrät.“ Das gilt auch für E-Mail-Bewerbungen, die in der Reisebranche seit zwei Jahren zunehmend Verlangt werden. „Je weniger Papier, desto günstiger. Denn wir werden mit Papier zugeschüttet“, empfiehlt deshalb Christiane Radu, Personalentwicklerin und Recruiterin bei Rewe Touristik. „Das spart Porto, und ich kann die Bewerbung leicht weiterleiten und bearbeiten.“Aber Vorsicht! Das sehen nicht alle so. Wiebke Bachor zum Beispiel, Geschäftsführerin der Reisebüro Kette Reiseland, findet Online- Bewerbungen zu standardisiert. Man könne daran nichts ablesen. „Lieber per Post und auch initiativ bewerben, als in der E-Mail-Masse untergehen“, ist ihr Tipp. Im Zweifel sollte man vorher fragen, was bevorzugt wird.

Ebenso wichtig wie die Eigenwerbung ist es, sich intensiv mit dem möglichen neuen Arbeitgeber zu beschäftigen. Rewe-Personalerin Radu ist oft verwundert, wie wenig Bewerbern zum Unternehmen einfällt. Beeindruckt ist sie dagegen, wenn jemand das neue Logo bemerkt hat oder sich an einen Messe-Aufritt erinnert. Christiane Radu: „Wenn man jeden Tag Floskeln hört wie: Ich interessiere mich für Ihr Unternehmen, weil ich gern in einem internationalem Umfeld arbeite, dann freut man sich, wenn mal jemand authentisch ist.“

Profil und Initiative zeigen, das kommt nicht nur bei Touristik-Riesen an, sondern auch bei Büros. Reiseverkehrskauffrau Melanie Keil zum Beispiel hat 40 Reiseagenturen selbst besucht, bevor sie sich dort beworben hat. So etwas kann sehr gut ankommen. „Wenn einer sich gezielt ein Büro ausgesucht und angeschaut hat, das sticht hervor“, findet Wiebke Bachor. Diese Ansicht teilen ebenfalls viele Reisebüro- Chefs. Der Versuch, durch eine besonders originelle Bewerbung aufzufallen, geht dagegen meist daneben. „Ich rate von Mappen mit Sternchen und Hochglanz und anderem Schnickschnack ab. Das beeindruckt nicht“, sagt Personalerin Radu. „Alles, was aus dem Rahmen fällt, polarisiert“, warnt auch Bewerbungstrainerin Christine Öttl.

In jedem Fall ist es gut, sich Rat und Feedback von Menschen einzuholen, die aus der Praxis heraus wissen, worauf es ankommt, bevor eine Bewerbung auf Reise geht. Bei Birthe Schierenstedt war es die alte Chefin. Warum nicht? Sie ist Teil ihres sozialen Netzes. Networking überhaupt ein Faktor, der wichtiger geworden ist, damit Bewerber und Arbeitgeber zusammenkommen. Stellenan zeigen in Fachpublikationen – wie der fvw – sind zwar nach wie vor ein wichtiger Kanal fu¨r Angebote. Doch deutlich mehr suchen Firmen zurzeit auch über Online-Jobbörsen, die eigene Homepage und über ihr Networking. Weniger virtuelle Kontakte via Internet-Plattformund Websites wie Xing oder Facebook, vielmehr echte persönliche Kontakte. „Ein Netzwerk ist in der Touristik unabdingbar“, sagt Christiane Radu von Rewe. Wer kennt wen von einer Info-Reise oder einer Veranstaltung? Weiß man von jemandem, der den Job wechseln will? Solche Fragen geben Reisebüro- Chefs unisono gern in ihre Runde, wenn sie jemanden suchen.

Weniger Einigkeit herrscht, wie viel Privates zu einer Bewerbung gehört. Hier ist offenbar einiges im Fluss. Während zum Beispiel Karriere-Coach Svenja Hofert meint, der Familienstand gehe keinen etwas an, ist Reiseland-Chefin Wiebke Bachor das Privatleben eines Bewerbers wichtig. „Ein Kind zum Beispiel beeinflusst das Leben, und das spielt in den Job rein“, sagt sie. Und Hobbys seien dann interessant, wenn sie etwas mit Networking zu tun haben. Dahinter steckt etwa der Gedanke: Ist jemand im Verein, kann er Gruppenreisen gut verkaufen. Wenn überhaupt, sind private Dinge etwas für das Vorstellungsgespräch. Treuselige Ehrlichkeit ist aber auch dann nicht angesagt. Niemand muss wissen, wenn man noch an seiner Scheidung knabbert oder die pubertierende Tochter täglich Stress macht. Wenn man nach Persönlichem gefragt wird, sollte man knapp antworten: „Alles gut organisiert, alles prima“, rät Bewerbungstrainerin Martina Frisch.

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Glaubt man Arbeitgebern, ist es in der Reisebranche nicht üblich, Namen von Bewerbern zu googeln oder ihr Profil auf Internetseiten zu suchen. Nur mal so aus Neugier werde das vereinzelt gemacht, heißt es. Sicher sollte man sich dessen als Bewerber aber nicht sein. Das Internet- Profil gehört deshalb – inoffiziell – zu einer Bewerbung dazu. Sicher ist jedoch: Wer einen Job finden oder Karriere machen will, muss offen sein – offen für andere Menschen und die Welt. Das lehrt kein Ratgeber. Rewe-Personalerin Radu nennt das den „Blick über den Tellerrand“. Und der bekannte Berliner Bewerbungscoach Jörns Bühner (Agentur Bühner Personaldienstleistungen) sagt: “Eine perfekte Bewerbung ist u. a. auch das Ergebnis eines intensiveren Auseinandersetzungsprozesses mit sich selbst.  Wir zeigen dem Menschen, wie sie sich in die Lage des Empfängers, also des Personalentscheiders versetzen können und diesem dann so die Entscheidung für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch leicht machen. Dazu bedarf es verschiedener, wichtiger Dinge in der Bewerbung, die man zwingend beachten sollte.”

Wer seine Bewerbung also nicht dem Zufall und/oder dem Glück überlassen möchte, holt für seine berufliche Zukunft die Hilfe eines echten Profis ein. Die Investition dafür kostet meist nicht mehr als ein sehr gutes Essen für zwei Personen. Das sollte einem die eigene Zukunft schon wert sein.

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Bewerbungsschwindel: Warum Lügen in der Bewerbung auch sehr kurze Beine haben

Freitag 28. Oktober 2011 von Der Bewerbungsratgeber

Unternehmen misstrauen perfekten Lügen bei der Bewerbung

Wer sich für einen neuen Job bewirbt, sollte sich im besten Licht darstellen. Noch viel wichtiger: Er sollte bei der Wahrheit bleiben. Denn Personalmanager sind den Bewerberlügen auf der Spur.

Perfekte Englischkenntnisse, langjährige Führungserfahrung, dazu eine imposante Liste von spannenden In- und Auslandsjobs – für die meisten Personalveranwortlichen sind solche Angaben ein Grund aufzuhorchen. Ein Großteil der Finanz- und Personalmanager im deutschsprachigen Raum nimmt derart makellose Lebensläufe gar nicht mehr für bare Münze. Das zeigt die Studie Workplace Survey des Dienstleisters Robert Half, bei der 2.400 Führungskräfte in 13 Ländern befragt wurden.

 

Ganz besonders bei Glanzleistungen in Fremdsprachen oder auffällig umfangreichen und ausgefeilten Software-Kenntnissen werden die Führungskräfte skeptisch. Auch die Gründe für einen Jobwechsel hinterfragen sie besonders genau. Und gerade hier sollten Jobkandidaten den wahren Wechselgrund nicht verschleiern, so die Studie. Ein positiver Eindruck geht sonst schnell flöten.

Ebenso im Fokus: die Managementfähigkeiten der Bewerber. Allein 39 Prozent der deutschen Personaler gehen von vornherein davon aus, dass ein Bewerber im alten Job viel weniger Verantwortung inne hatte, als er behauptet. Auch darüber, was genau ein Jobkandidat in früheren Unternehmen getan hat, lassen sich die Verantwortlichen nicht täuschen. Gerade mal ein Drittel der deutschen Führungskräfte glaubt das, was der Bewerber in Sachen Arbeitsaufgaben auftischt. In vielen Fällen dürften allzu märchenhafte Jobbeschreibungen die Verantwortlichen veranlassen, zum Telefonhörer zu greifen und nachzufragen. Notfalls auch im eigentlichen Bewerbungsgespräch.

Zunächst im Fokus: Berufliche Qualifikation

Am wichtigsten ist den Personalverantwortlichen aber zunächst die berufliche Qualifikation. Dorthin fällt der Studie zufolge der erste Blick der Mitarbeiter-Suchenden. Großes Augenmerk legen HR-Manager auch auf Fachwissen und die Berufserfahrung. Nur auf die Angaben des Bewerbers allein, so die Erfahrung der HR-Manager, kann sich das Unternehmen nicht immer verlassen. Deshalb wird zunehmend nachgeprüft. “Eine sehr gute Möglichkeit, die Glaubwürdigkeit des Bewerbers zu evaluieren, sind Referenzen. Personalverantwortliche sollten diese im Vorfeld erfragen oder während des Bewerbungsgespräches darum bitten. Hat der Kandidat nichts zu verbergen, stimmt er dem zu”, sagt Sven Hennige, Managing Director Europe von Robert Half International.

Die Fachleute des Personaldienstleisters raten, vor allem in den fünf Punkten Sprach- und Softwarekenntnisse, Führungsverantwortung, Gründe für den Jobwechsel und Aufgaben des letzten Jobs bei der Wahrheit zu bleiben, weil die Personal- und Finanzfachleute genau diese Angaben im Lebenslauf mit besonders großer Skepsis betrachten.

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Bewerbungsschwindeleien sind auf jeden Fall kein Kavaliersdelikt, bekräftigt auch Thomas Pütz, Partner und Regionalmanager Outplacement beim Personaldienstleister von Rundstedt HR Partners. “Die wenigsten Lebensläufe sind geradlinig, deshalb sollte man offen und ehrlich die Lücken benennen. Wer dabei Reizworte wie Arbeitslosigkeit vermeidet und dafür darstellt, wie er sich während dieser Phase beruflich neu orientiert hat, muss keine Nachteile befürchten. Es zählen auch kleine Dinge: Wer sich während der Erwerbslosigkeit als Kassenwart des Tennisclubs engagiert hat, zeigt deutlich, dass er sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligt und nicht nur rumgesessen hat.”

Lebensläufe, in denen dagegen die Arbeitslosigkeit mit erfundenen Sprachurlauben oder angeblicher Selbstständigkeit kaschiert wird, fallen dem Fachmann zufolge schnell auf. Denn die Personalfachleute prüfen inzwischen alles, was ihnen wenig plausibel erscheint. “Wenn zwischen Studium und Berufseinstieg mehr als ein Jahr liegen, muss man schon eine gute Begründung bieten, sonst stellt sich der Arbeitgeber die Frage: Will der überhaupt arbeiten?”

Warum Umwege nicht schlecht sind, schwache Begründungen aber schon

Auch ein länger zurückliegendes Studium sollte man nicht schönen, rät Pütz. Selbst ungewöhnliche Studienabschlüsse im Ausland lassen sich inzwischen schnell checken, weiß er. Häufiger scheitern die Kandidaten an früheren Arbeitgebern. “Wird im Bewerbungsgespräch eine Referenz gefordert und der Kandidat hat sich den alten Job betreffend größer, toller, besser dargestellt als er war, fliegt er spätestens dann auf.”

Pütz rät deshalb, mögliche Referenzen schon vor dem Bewerbungsprozedere zu organisieren. Ein Anruf beim ehemaligen Chef reicht meist. Wer Referenzen vorbereitet hat, nimmt eventuell misstrauischen Personalmanagern schnell den Wind aus den Segeln.

Vorsicht, Internet-Falle!

Wichtig ist zudem zu wissen, was im Internet über die eigene Person zu finden ist. Widersprechen aktuelle Facebook-Einträge, Youtube-Videos oder private Blogs dem Bild, das man in seinen Bewerbungsunterlagen von sich selbst zeichnet, wirkt das wenig ehrlich. Wenn sich Unschönes nicht mehr löschen lässt, sollten sich Bewerber zumindest auf hartnäckige Fragen der potenziellen Arbeitgeber einstellen – und eine gute Erklärung für Peinliches parat haben.

Recruiting-Fachmann Thomas Pütz räumt jedoch auch ein: Ein Lebenslauf mit Brüchen weckt auf jeden Fall sein Interesse – sofern der Jobkandidat nicht mogelt, sondern offensiv mit seinen beruflichen Umwegen umgeht. “Jemand, der verschiedene Dinge ausprobiert und mehrfach neu angefangen hat, ist für einen Arbeitgeber durchaus interessant. Immerhin weiß der Bewerber bereits, wie sich Misserfolge anfühlen und wie man sich möglicherweise aus dem Sumpf zieht. Was er aus Rückschlägen gelernt hat und wie er mit negativen Erfahrungen umgegangen ist, das könnte dem nächsten Chef helfen.”

Gleichzeitig stellt er klar: “Geradlinige Lebensläufe zeugen von Zielstrebigkeit und Kontinuität. Wer aber in den letzten zehn Jahren keine Entwicklung nachweisen kann, zum Beispiel durch neue Aufgaben in seinem Job, verliert als Arbeitskraft an Attraktivität – auch wenn er große Lücken oder berufliche Neuanfänge vermeiden konnte.”

Wahrheit oder Ärger?

Fazit: Bewerbungsschwindeleien bringen nicht weiter. Auch wenn geschönte Auslandsaufenthalte, gemogelte Abschlüsse oder falsche Jobbeschreibungen auf dem Papier gut aussehen. Personaler sind inzwischen geeicht darauf, Fehlerhaftes aufzudecken. Verdeckte Defizite lassen sich mit wenigen Fragen ans Licht bringen. Deshalb gilt den Fachleuten zufolge: Lieber bei der Wahrheit bleiben! Fehler sind schließlich kein Weltuntergang. Zudem sollten Bewerber auch daran denken: Fliegen handfeste Lügen aus dem Bewerbungsverfahren später auf, drohen Abmahnungen oder sogar die Kündigung.

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