Die perfekte Bewerbung schreiben

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Archiv für April 11th, 2012

Achtung: Sechs große Bewerbungsmythen

Mittwoch 11. April 2012 von Der Bewerbungsratgeber

Wer erfolgreiche Bewerbungen schreiben möchte, sollte wissen, dass es immer noch viele falsche Informationen im Umlauf sind.

Wer diese Irrtümer und Mythen nicht kennt, kann schnell im Abseits landen. Wir helfen an dieser Stelle einige der großen Bewerbungsmythen aufzuzeigen.

Mythos eins: Sie sollten Ihren Lebenslauf auf eine Seite beschränken

Umfasst der Lebenslauf mehr als eine Seite, wandert die Bewerbung gleich in den Papierkorb, wird oftmals behauptet. Doch nur wenige Arbeitgeber sind so streng, dass sie Kandidaten aussortieren, weil deren Lebenslauf länger als eine Seite ist, erklären die Experten des Personalvermittlers Robert Half international auf dem Karriereportal careerbuilder.de. Viel wichtiger sei, dass er interessant zu lesen, exakt auf die angestrebte Stelle zugeschnitten und vor allem fehlerfrei ist. In einer Untersuchung der Personalagentur gaben demnach 84 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass Bewerber schon mit einem oder zwei Fehlern im Lebenslauf aus dem Rennen seien. 47 Prozent erklärten, bereits ein Fehler sei zu viel. Generell gelte: Während für Berufsanfänger ein einseitiger Lebenslauf ausreiche, benötigten Bewerber mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung möglicherweise eine zusätzliche Seite, um die berufliche Laufbahn darzustellen. Jobkandidaten sollten jedoch darauf achten, die Aufmerksamkeit des Personalers nicht durch irrelevante Details abzulenken.

Mythos zwei: Es ist zwecklos, bei einer Firma vorzusprechen, die gerade nicht einstellt

Allen Bewerbern, die selbst aktiv werden möchten, kann nur dazu geraten werden: Auch wenn das Unternehmen im Moment keine Einstellungen plane, sei es gut möglich, einen Termin für ein Informationsgespräch zu bekommen, betonen die Personalprofis. Jobsuchende sollten versuchen, ein Treffen mit einer Führungskraft aus der Personalabteilung zu arrangieren. Die könne dem Bewerber Informationen zur Firma geben, die im Internet oder in Unternehmensbroschüren nicht zu finden sind – etwa zu den kurz- und langfristigen Unternehmenszielen. Das Treffen müsse zwar nicht unbedingt zu einem Stellenangebot führen, erweitere aber das berufliche Netzwerk des Bewerbers. Der erfahre dadurch möglicherweise von zukünftigen Stellenangeboten im Unternehmen.

Mythos drei: Hören Sie nach der Bewerbung nichts von der Firma, wurde die Stelle bereits besetzt

Das muss nicht stimmen. Melde ein Unternehmen sich nicht umgehend, heiße nicht, dass kein Interesse bestehe, betonen die Careerbuilder-Experten. Nach der Veröffentlichung einer Stellenanzeige könne es bis zu zwei Monate dauern, bis das Unternehmen die Bewerber kontaktiert. Die wiederum sollten selbst aktiv werden und erfragen, wo Sie stehen. Satte 94 Prozent der von Robert Half International befragten Führungskräfte hätten erklärt, Bewerber sollten die Personalchefs nach dem Einsenden ihrer Unterlagen kontaktieren. Und 82 Prozent der Befragten empfehlen demnach, das innerhalb von zwei Wochen zu tun – per E-Mail, telefonisch oder mit einem Brief.

Mythos vier: Die qualifiziertesten Bewerber bekommen die Stelle

Tatsächlich sind nicht nur Fachkenntnisse bei der Stellenvergabe entscheidend. Arbeitgeber verließen sich bei der Entscheidung auch auf ihre Intuition, betonen die Personalberater von Robert Half auf careerbuilder.de. Laut ihrer der Umfrage erklärten 46 Prozent der Führungskräfte, sich bei Einstellungsentscheidungen sehr stark auf ihr Gespür zu verlassen. Weitere 49 Prozent hören zumindest gelegentlich auf ihr Bauchgefühl. Zu den Eigenschaften, aufgrund deren sich ein Arbeitgeber intuitiv für jemanden entscheidet, gehören demnach häufig soziale Kompetenzen, beispielsweise die Fähigkeit, mit dem übrigen Team zusammenzuarbeiten. Jobsuchende sollten sich also nicht entmutigen lassen, wenn sie nur die Minimalanforderungen in einer Stellenanzeige erfüllen. Ein Bewerber könne aufgrund seiner Persönlichkeit möglicherweise genauso gute Chancen auf den Job haben wie ein Kollege, der über mehr Erfahrung verfügt.

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Mythos fünf: Die Situation auf dem Arbeitsmarkt lässt keinen Spielraum für Gehaltsverhandlungen

Eins ist sicher: Wer nicht fragt, bekommt auch nichts. Und das gilt auch, wenn Flaute auf dem Arbeitsmarkt herrscht. Jobsuchende mit Erfahrung und fachlicher Qualifikation seien auch in solchen Zeiten gefragt, betonen die Bewerbungspezialisten. Sie müssten daher nicht vor einem Gespräch übers Gehalt zurückschrecken. Wer sich vorab darüber informiere, was ähnlich Qualifizierte im eigenen Bereich verdienen, könne die beste Möglichkeit für sich auswählen und einen angemessenen Verdienst aushandeln.

Mythos sechs: In harten Zeiten sollten Sie das erste Angebot annehmen.

Wer lange nach einem neuen Job suchen muss, ist meist entnervt. Und steht den Karriereberatern zufolge oft unter dem Druck, jedes Angebot anzunehmen. Das ist keine gute Entscheidung, wenn das Jobangebot Ihnen in Wirklichkeit widerstrebt. Denn eine verhasste Arbeit zu ertragen – sei es für eine Woche oder ein Jahr – könne den Betroffenen beruflich zurückwerfen und sogar die Gesundheit gefährden, warnen die Fachleute. Zwar lasse es manchmal nicht umgehen, eine nicht optimale Aufgabe zu übernehmen. Aber solange der Jobsuchende es sich finanziell leisten könne, sollte er auf die perfekte Stelle warten. (Quelle: careerbuilder.de/Robert Half international / t-online.de)

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Gute Tipps für die perfekte Bewerbung

Mittwoch 11. April 2012 von Der Bewerbungsratgeber

Wie sehr darf ich aufhübschen? Sollte ich alle bisherigen Jobs in die Bewerbung schreiben? Darf ich übertreiben? Experten erklären, auf was es bei einer erfolgreichen Bewerbung ankommt.

Für den ersten Eindruck hat man keine zweite Chance. Das gilt gerade für die Bewerbung. Liegt sie einmal beim Personaler auf dem Tisch, zählt nur noch das gedruckte Wort. Wer sich gut vorbereitet und in der Bewerbung zeigt, womit er die Anforderungen erfüllt, ist auf dem richtigen Weg. Das klingt einfach, ist aber wirksam, sagt die Karriereberaterin Sabine Kanzler aus Ingelheim am Rhein.

Bei der Bewerbung können die unzähligen Vorlagen im Netz für Unerfahrene hilfreich sein, aber man sollte sie höchstens als Gerüst sehen und nie so übernehmen, rät Bewerbungsexpertin Sabine Neumaier aus Berlin. “Die Bewerbung muss zur Person passen”, sagt Kanzler.

Vorbereitung: “Erstmal sollte man sich über den eigenen Stand bewusstwerden”, rät Kanzler. “Welche Qualifikationen, welche Stärken habe ich?” Der Bewerber sollte das Stellenprofil gut kennen und gucken, in welchen eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten sich die Erwartungen widerspiegeln und diese in der Bewerbung herausstellen. Grundsätzlich gilt: Ein wenig aufpolieren ist erlaubt, aber nicht übertreiben und immer bei der Wahrheit bleiben.

Sonst wird es im Bewerbungsgespräch schnell unangenehm. Ebenfalls Teil der Vorbereitung sollten Kenntnisse über das Unternehmen und die Branche sein – dazu gehört der Internetauftritt der Firma.

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Bewerbungsmappe: Karriereberaterin Kanzler rät von mehrseitigen Mappen ab. Diese könnten vielen Personalchefs missfallen: “Sie nehmen aufgeklappt den halben Schreibtisch ein.” Besser sei eine leichte, gut handhabbare und stabile Klemmmappe. Auf der sicheren Seite liege man mit Farben wie dunkelblau oder dunkelgrün.

Deckblatt: Das ist kein Muss, aber sehr empfehlenswert. Es kann als persönliche Note mit gutem Werbeeffekt genutzt werden.

Foto: Ein Foto darf bei der Bewerbung in Deutschland nicht mehr verlangt werden. Dennoch ist es üblich und sehr empfehlenswert. Die Investition in ein professionelles Foto sei ratsam. “Ziemlich albern kommen Bilder aber in Denkerposen herüber”, warnt Kanzler. “Und darauf achten, dass die Haare sitzen und die Kleidung stimmt”, rät Neumaier.

Anschreiben: “Es soll keine Nacherzählung des Lebenslaufes sein”, warnt Kanzler. Das Anschreiben ist die Gelegenheit, zu glänzen – mit den eigenen Erfahrungen. Auf Floskeln wie “mit großer Begeisterung habe ich von der Stelle erfahren” oder “in mir finden Sie eine flexible und motivierte Mitarbeiterin” kann man verzichten. Aufschlussreicher sei es, von konkreten Aufgaben oder Projekten zu erfahren, die der Bewerber bisher bewältigt hat. “Beschreiben Sie praktische Beispiele aus der Vergangenheit, in denen bestimmte Eigenschaften sichtbar werden”, rät Kanzler. “Hinterlassen Sie keine Schleimspur, aber erwähnen Sie in einem Nebensatz, warum sie gerade in dieses Unternehmen wollen”, sagt Neumaier. Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein.

Lebenslauf: “Das Herz der Bewerbung ist der Lebenslauf”, sagt Karriereberaterin Neumaier. Dort gehören alle Berufserfahrungen und Qualifikationen hinein. Immer mehr durchgesetzt hat sich der anti-chronologische Lebenslauf. Dabei fängt man mit der Gegenwart an und arbeitet sich rückwärts durch. Der Lebenslauf sollte klar strukturiert sein. Bei den Angaben von Zeiträumen reichen Monat und Jahr. Der Lebenslauf muss datiert und unterschrieben sein.

Fazit: Der Erfolgs-Bewerbungscoach Jörns Bühner aus Berlin sagt dazu: ” Es ist für eine wirklich erfolgreiche, perfekte Bewerbung ganz entscheidend, dass ich niemals Muster oder Vorlagen verwende. Persönlichkeit, Individualität, Einzigartigkeit sind ganz wichtig. Werbung für sich zu machen, sich selbst als Top Produkt mit hohem Mehrwert für das Unternehmen zu präsentieren, ist absolut entscheidend. Nur wer es versteht, dem Empfänger seiner Bewerbung ein rundum positives Gefühl, ein gutes Bauchgefühl zu vermitteln, schafft es unter die Top Five im Bewerbungsstapel. Es geht immer um Werbung, um ganz viel Ansprache, auch des Unterbewußtseins des Personalers. In meinen Seminaren weise ich hier immer wieder darauf hin. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Es geht um BeWerbung der eigenen Person. Da kann ich nicht mit Standardbewerbungen kommen.”

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