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Die Versicherung bei Berufsunfähigkeit

Montag 9. Januar 2012 von Der Bewerbungsratgeber

Ein Gastbeitrag:

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Absicherung vor Invalidität.

Meist ist sie ein zusätzlicher Bestandteil einer privaten Lebens- oder Rentenversicherung. Sie kann aber auch als selbstständige Versicherung abgeschlossen werden.

Der Begriff „Berufsunfähigkeit“ im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung greift nur noch bei Personen, die vor dem 1. Januar 1961 geboren wurden und sichert diese im Falle der Berufsunfähigkeit ab – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzung und niedrigeren Leistungen im Vergleich zu einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Alle die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, haben nur noch einen begrenzten gesetzlichen Schutz vor Erwerbsunfähigkeit (ein gewichtiger Unterschied zur Berufsunfähigkeit!), so dass diese sich durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung selbstständig absichern müssen.

Grundsätzlich ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Menschen sinnvoll, die durch Arbeit ihren eigenen Unterhalt und/oder den anderer Menschen bestreiten. Das schließt auch Personen wie Hausfrauen und Hausmänner ein, denn die Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch für solche Personen sinnvoll, die zwar unentgeltlich Arbeit verrichten, aber durch deren Ausfall ein hoher finanzieller Aufwand entsteht, wenn diese Personen wegen Berufsunfähigkeit ersetzt werden müssen.

Die Versicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll den sozialen Abstieg der Versicherten bei Berufsunfähigkeit verhindern. Das heißt, der Versicherungsnehmer soll einen gewissen materiellen Ausgleich für den Ausfall des Arbeitsentgelts erhalten, wenn er durch Berufsunfähigkeit nicht mehr am Erwerbsleben teilnehmen kann. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird also die individuelle berufliche Leistungsfähigkeit versichert und bezieht sich auf den letzten ausgeübten Beruf oder die Tätigkeit, die der Versicherungsnehmer tatsächlich ausübt.

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte darauf geachtet werden, dass das Berufsunfähigkeitsrisiko bei Wegfall der Berufsfähigkeit durch gesundheitliche Gründe mit wenigstens 50 Prozent versichert wird, das heißt, dass der Versicherungsnehmer wenigstens zu 50 Prozent nicht mehr in der Lage ist, seinem Beruf bzw. seiner Tätigkeit nachzugehen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung greift nach derzeitiger rechtlicher Lage immer dann, wenn in einem „voraussichtlich dauerhaften“ Zeitraum der Versicherte infolge einer Krankheit, einer Körperverletzung oder eines (allgemeinen) Kräfteverfalls nicht mehr im Stande ist, seinen Beruf bzw. seine Tätigkeit, der er vor Eintritt der Bedingungen nachgegangen ist, wieder auszuüben. Als voraussichtlich dauerhafter Zeitraum wird ein Zeitraum von drei Jahren angenommen. Eine solche Prognose muss durch einen Arzt nachgewiesen werden.
Bei Erfüllung der Voraussetzung der Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die Versicherung dem (berufsunfähigen) Versicherungsnehmer eine vorher vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente. Bei Eintritt des Versicherungsfalls endet in der Regel auch die Beitragszahlung.

Zusammensetzung der Versicherungsprämie

Die Höhe der Versicherungsprämie richtet sich nach unterschiedlichen Kriterien. Wichtiger Einflussfaktor ist das Alter, also wie lange eine Berufsunfähigkeitsrente maximal gezahlt werden soll. Die Leistungsdauer kann aufgrund der gesetzlichen Lage bis zum vollendeten 67. Lebensjahr vereinbart werden.
Ebenfalls entscheidend für die Höhe der Versicherungsprämie ist die individuelle Risikoeinstufung des Versicherungsnehmers. Dabei spielt die statistische Einschätzung der Berufsunfähigkeit verschiedener Berufe und Berufsgruppen eine wesentliche Rolle. Die führt in der Regel je nach Einstufung zu verschiedenen Beiträgen des Versicherungsrisikos.

Ebenfalls ein wichtiger Einflussfaktor ist der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers, da Vorerkrankungen oder ein gesundheitsschädlicher Lebenswandel (Rauchen, regelmäßiger Konsum von Alkohol etc.) zunehmend zu höheren Beiträgen führt. Weitere Faktoren, die die Höhe der Versicherungsbeiträge beeinflussen, sind das Eintrittsalter. Je eher ein Versicherungsnehmer in die Berufsunfähigkeitsversicherung eintritt, desto geringer wird der Beitrag, was vor allem für junge Menschen und Berufseinsteiger interessant ist. Die Höhe der monatlichen Rente im Falle einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei Abschluss der Versicherung Verhandlungssache. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Versicherung möglichst realistisch einen Teil des Lebensunterhalts im Versicherungsfall abdecken kann. Es wäre falsch eine Versicherung mit niedriger Berufsunfähigkeitsrente abzuschließen, um Beiträge zu sparen.

Weiterhin wird die Beitragshöhe von der Karenzzeit, der Möglichkeit zur sogenannten abstrakten Verweisung und ggf. durch eine jährlich garantierte Steigerung der Berufsunfähigkeitsrente beeinflusst.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 9. Januar 2012 um 17:47 und abgelegt unter Allgemeines. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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