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Todsünden in Vorstellungsgesprächen

Donnerstag 14. Februar 2013 von Der Bewerbungsratgeber

Breitbeinig sitzen, Handtaschen mit Nieten, Lästern über den Ex-Arbeitgeber: Im Bewerbungsgespräch lauern viele Fallen und Fettnäpfchen, die Bewerber besser vermeiden sollten.

Karriereberater geben Tipps, wie man sich im Gespräch erfolgreich und selbstsicher präsentiert.

Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland kann sich laut einer Forsa-Umfrage noch in diesem Jahr einen Jobwechsel vorstellen. Allerdings ist der dazu nötige Bewerbungsmarathon den meisten ein Graus. Dabei kann jeder Kandidat im Vorstellungsgespräch mit seinen Stärken und seiner Persönlichkeit überzeugen – wenn er bestimmte Regeln beachtet. Das sind die sieben Todsünden im Personalgespräch:

1. Falsche Köperhaltung, Gestik und Mimik

Körpersprache und Haltung werden meist unterschätzt. Ein Großteil der Arbeitgeber entscheidet innerhalb der ersten Minuten, ob ein Bewerber eine Chance auf die Stelle hat, ergab eine Umfrage von CareerBuilder.de. Der erste Eindruck und die persönliche Ausstrahlung spielen also eine große Rolle. „Bei einem Vorstellungsgespräch ist es wichtig, gleichzeitig selbstbewusst, aber auch offen und interessiert aufzutreten“, sagt Oskar Ehehalt, Geschäftsführer der CareerBuilder Germany GmbH, die die Marken CareerBuilder und JobScout24 unter ihrem Dach vereint. Bedingung hierfür seien eine aufrechte Körperhaltung sowie eine freundliche Mimik. „Bereits die Begrüßung mit einem wohldosierten Händedruck sendet deutliche Signale aus“, sagt der Manager. Augenkontakt zeige ebenfalls Selbstbewusstsein, aber auch Interesse am Gespräch und am Gesprächspartner. Zu vermeiden ist nach Möglichkeit wildes Gestikulieren beim Sprechen: Das signalisiert nämlich Hektik.

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Erfolgreich aus dem nächsten Bewerbungsgespräch hervogehen…

Meist findet das Gespräch im Sitzen statt. „Hier ist eine aufrechte, dem Gesprächspartner zugewandte und leicht nach vorn gebeugte Haltung ideal“, sagt Ehehalt. Keinesfalls sollte man verkrampft auf seinem Stuhl kauern. Problematisch kann es auch sein, die Beine übereinander zu schlagen: „Dadurch zirkuliert nämlich das Blut schlechter. Als Folge sinkt wohlmöglich auch die Aufmerksamkeit des Bewerbers“, sagt Anke Quittschau, Karriereberaterin bei der Imageberatungsagentur korrekt!. Falls man trotzdem gerne in dieser Position sitzt, sollte man darauf achten, sich dem Gesprächspartner zuzuwenden.

Auch vom zu breitbeinigen Sitzen rät die Expertin ab: „Das ist eine männliche Machtdemonstration. Wer breitbeinig sitzt, nimmt sehr viel Raum für sich ein und demonstriert Platzhirsch-Verhalten.“ Eine zu lässige und prollige Sitzhaltung sollte also beim Bewerbungsgespräch vermieden werden, die Beine bleiben am besten locker geschlossen.

Vor dem Gespräch hilft es übrigens, eine kurze Strecke sehr dynamisch zu gehen. Das bringt den Körper in Schwung und sorgt dafür, dass man engagierter wirkt. Experten raten zudem, vor dem Gesprächszimmer ein paar Mal kräftig ein- und auszuatmen. Auf diese Weise baut man einen guten Teil des Drucks und der Aufregung ab, die eigene Haltung wird aufrechter und die Stimme voller und fester.

2. Unpassende Kleidung

Ob leger oder formell: Kleidung prägt den ersten Eindruck nachhaltig und kann durchaus auch ein Statement sein. Welches Bewerbungsoutfit gewählt wird, hängt stark von Branche, Position und Auftreten des zukünftigen Arbeitgebers ab. „Während der potenzielle Kundenberater in einer Bank mit Anzug und Krawatte sicher gut bedient ist, hat die zukünftige Grafikdesignerin in einer hippen Werbeagentur hier sicherlich mehr Spielraum“, sagt Oskar Ehehalt. Eine Faustregel für den Dresscode könnte lauten: „Angepasst, aber individuell.“

Doch was tun, wenn man sich mit hohen Absätzen oder engen Hemdkragen absolut unwohl und verkleidet fühlt? Anke Quittschau empfiehlt, zuvor im gewählten Business-Dress zu üben: „Gehen Sie vorher einmal in dem neuen Anzug oder den hochhackigen Schuhen aus. Dann bewegen Sie sich natürlicher darin und wirken auch sicherer.“ Frauen sollten darauf achten, transparente Stoffe zu vermeiden, kein nacktes Bein oder übermäßiges Dekolleté zu zeigen und nicht zu steile Absätze zu tragen. Ein No-Go seien Stilettos: „Ein schwankender Gang wirkt auf manche Männer vielleicht niedlich, aber alles andere als souverän auf den Arbeitgeber“, sagt die Expertin.

Simpsons-Krawatte, Ringelsocken und auch die Jeans sollten besser zuhause im Kleiderschrank bleiben. „Kleidung ist ein Ausdruck von Wertschätzung – dem Arbeitgeber und mir selbst gegenüber. Deswegen rate ich zu einem Outfit, das einen Tick konservativer ist als sonst im Büroalltag üblich“, so Quittschau. Für Frauen die nicht gerne Röcke tragen, bietet sich etwa ein Hosenanzug mit weißer Bluse an, vielleicht kombiniert mit einem schicken Tuch. „Farbe ist durchaus erlaubt – sei es bei Hemd, Krawatte oder Schmuck und Accessoires“, ergänzt Ehehalt. Aber bei aller Individualität sei dennoch Vorsicht bei Knallfarben und bunten Mustern geboten.

Generell ist eine Krawatte ist für Männer heutzutage kein „Muss“ mehr – abgesehen von bestimmten Branchen wie Banken oder Versicherungen, wo sie schlicht zum Dresscode gehört. Manche Ratgeber empfehlen, auf der Unternehmenswebsite oder bei Facebook nach Team-Fotos zu suchen. Denn solche Bilder aus dem Büroalltag der Mitarbeiter können Orientierung bei der Kleiderwahl geben.

Auch Accessoires wie Tasche oder Handyhülle sollte nicht gedankenlos ausgewählt werden. „Chefs achten heute auch auf solche Details. Frauen sollten deshalb eine dezente Tasche bei sich tragen, Männer eine Aktentasche. Nieten oder Bommel an Taschen sind wenig businesslike“, sagt Quittschau.

3. Unpünktlichkeit
Bewerbungsratgeber sind sich einig: Wer zu spät zum Gespräch kommt, den bestraft der Personalverantwortliche. Eine gute Vorbereitung am Abend zuvor schafft Abhilfe, so sollten wichtige Unterlagen rechtzeitig bereit gelegt werden. „Dazu zählt beispielsweise auch der Lebenslauf, falls im Gespräch noch Fragen dazu auftauchen“, sagt Anke Quittschau. Damit am Morgen vor dem Termin nichts mehr schiefgeht, müssen verspätete Züge oder Staus in die Zeitplanung mit einfließen. „Notieren Sie sich auch den Namen Ihres Ansprechpartners im Unternehmen, falls unten bei der Anmeldung danach gefragt wird“, rät die Karriereberaterin.

Kann ein Bewerber den Termin absolut nicht einhalten, sollte er frühzeitig im Unternehmen Bescheid sagen und nach Möglichkeit ein neues Gespräch vereinbaren. So bleibt vielleicht die Tür für eine zukünftige Zusammenarbeit noch offen.

4. Schlechte Vorbereitung
Beinahe genauso unbeliebt wie unpünktliche Bewerber sind schlecht informierte Jobanwärter. Schließlich lassen sich mit ein paar Mausklicks viele Informationen zum Unternehmen, seiner Philosophie sowie Aufgabenfeldern, Partnern und Kunden finden. Während des Gesprächs können Kandidaten auf ihre Recherche Bezug nehmen und wenn gewünscht sogar Ideen anbieten, etwa eine neue Marketingkampagne. Auf diese Weise zeigen sie dem Arbeitgeber ihre Begeisterung für den Job und signalisieren Eigeninitiative. Auch über die angestrebte Position müssen Bewerber so gut wie möglich im Bilde sein. Je mehr Kenntnisse Anwärter darüber besitzen, desto besser können sie begründen, wieso ausgerechnet sie den Posten perfekt ausfüllen.

Wichtig ist auch, im Gespräch gute Fragen zu stellen. Personalmanager erwarten, dass der Bewerber sich für den Arbeitgeber interessiert. „Auf den Satz: ‘Haben Sie noch Fragen?’ sollte man immer eine Antwort parat haben“, sagt Anke Quittschau. Bewerber könnten zum Beispiel weitere Details zum Job oder zur Unternehmenskultur erfragen. (Wurde die Stelle neu geschaffen oder wie lange gibt es diese schon? Wer war zuvor dort tätig und warum musste sie/er aufhören? Welche Fort- und Weiterbildungen werden angeboten? Wer sind die unmittelbaren Vorgesetzten?) Sie könnten ebenfalls darum bitten, den neuen Büroarbeitsplatz sehen zu dürfen oder die potenziellen Kollegen kennenzulernen. Wichtig ist: „Keine Fragen stellen, deren Antworten eigentlich bekannt sein müssten, weil darüber bereits gesprochen wurde oder deren Antwort im Vorfeld zu leicht zu recherchieren gewesen wäre“, empfiehlt Oskar Ehehalt.

5. Unehrlichkeit
Ehrlich währt am längsten, das gilt auch für Vorstellungsgespräche. Auf keinen Fall sollten Bewerber geforderte Kompetenzen vortäuschen. Schlimmstenfalls werden diese im Vorstellungsgespräch abgefragt – und das kann peinlich enden. „Mit etwas Glück klappt das Blendmanöver und man bekommt den Traumjob, scheitert dann aber im worst case in der Probezeit“, warnt Oskar Ehehalt. Das vermeintlich „verhandlungssichere Französisch“ werde im konkreten Bedarfsfall sicher auffliegen, „wenn man gerade mal ein Glas Rotwein bestellen kann“. Ebenso fahrlässig sei es, ungefragt mit erfundenen Kompetenzen zu prahlen, um sich dadurch einen vermeintlichen Vorteil zu erschleichen. „Im Zweifelsfall erleidet man auch damit Schiffbruch“, sagt der Bewerbungsexperte.

Schlimmstenfalls könne die Lüge eine fristlose Kündigung zur Folge haben, ergänzt Anke Quittschau. Wichtig sei es daher, den eigenen Lebenslauf gut zu kennen und eine ehrliche Erklärung für mögliche Lücken parat zu halten. Diese sind nicht zwangsläufig Karriere-Killer. „Auszeiten für eine berufliche Neuorientierung werden in der Regel toleriert, sofern sie nicht zu häufig vorkommen“, sagt die Expertin. Gut machen sich ein ausgeprägtes ehrenamtliches Engagement oder Weiterbildungen, darunter fallen etwa Sprachkurse oder Sprachreisen, die in solchen Phasen wahrgenommen wurden.

Wenig problematisch sind in der Regel auch ein Schulabbruch, der Wechsel eines Studienfachs oder auch ein Quereinstieg – so lange nach diesem Bruch dann ein klares Ziel und ein roter Faden erkennbar sind. „Gibt es Lücken von mehr als drei Monaten im Lebenslauf, so ist es immer ratsam, diese auch kurz zu erläutern, um sie für den Personaler nachvollziehbar zu machen“, sagt Ehehalt. Krankheitsgeschichten müssen Arbeitnehmer aber nicht detailliert erklären, „bei längeren Krankheitsperioden empfiehlt es sich, das auch pauschal so zu formulieren“, rät der Experte.

Auch ihre persönliche Eignung für die ausgeschriebene Stelle sollten Bewerber stets vor Augen behalten und authentisch vorbringen: „Im ersten Gespräch geht es schließlich vor allem um das Menschliche“, so Quittschau.

6. Wortkargheit und Blackouts

Der Erfolg im Vorstellungsgespräch hängt zu 60 bis 80 Prozent von der Persönlichkeit des Bewerbers ab. Kandidaten, die nichts über sich, ihre Qualifikationen und die Eignung für die ausgeschriebene Stelle preisgeben, wecken bei Personalverantwortlichen wenig Interesse. Eine gute Vorbereitung ist laut Anke Quittschau das A und O: „Fühle ich mich gut, strahle ich das auch aus. Deswegen tun Bewerber gut daran, sich vorher über ihren Gesprächspartner via Xing oder Google zu informieren.“ Schon ein Foto des Personalers helfe dabei, sich sicherer zu fühlen: „Man weiß dann, mit wem man es zu tun hat.“

Wer sich unwohl beim Sprechen fühlt oder schnell nervös wird, kann das Vorstellungsgespräch auch mit Freunden vorher einmal durchspielen. So werden Schwächen in der Präsentation oft noch behoben. Im Falle eines Blackout gilt: „Erst einmal einen Schluck Wasser oder Kaffee trinken und sich sammeln“, rät Quittschau. Angebotene Getränke sollten deshalb nie abgelehnt werden, sie verschaffen einem die notwendige Verschnaufpause. Wenn gar nichts mehr geht, heißt es ehrlich sein: „Bringen Sie Ihre Aufregung zur Sprache und machen Sie deutlich, wie wichtig Ihnen das Gespräch und die angebotene Stelle sind.“ Eine weitere Taktik, die in der Rhetorik in solchen potenziell peinlichen Situationen häufig angewandt wird, sind überbrückende Floskeln, die einem Zeit zum Nachdenken geben, beispielsweise: „Das ist eine gute Frage…“ oder „Lassen Sie mich kurz überlegen…“. „Unter Umständen kann man anbieten, die gewünschten Informationen im Anschluss an das Gespräch nachzureichen“, rät Ehehalt.

Personaler verwenden in Vorstellungsgesprächen häufig die Taktik der Stressfragen oder nutzen so genannte Brainteaser, also eine Art Knobelspiel, um den Jobanwärter auf die Probe zu stellen. „Hier geht es weniger um die konkrete Lösung, sondern darum, die Reaktion des Bewerbers und auch seine Fähigkeit zum logischen Denken zu beobachten“, weiß Ehehalt. Wer also beispielsweise auf die Frage „Wie viele Eier legt ein Huhn an einem Tag, wenn eineinhalb Hühner an eineinhalb Tagen eineinhalb Eier legen?“ nicht sofort eine Antwort parat hat, der hat noch nicht automatisch verspielt. „Man darf also ruhig erst mal nachdenken – oder sogar zu Zettel und Stift greifen und per Dreisatz die Lösung ermitteln“, sagt Ehehalt.

Auch zu große Gesprächigkeit kann allerdings von Nachteil sein, etwa wenn der Bewerber ständig Floskeln wie „Ich bin teamfähig und motiviert“ zum Besten gibt oder zur übertriebenen Selbstdarstellung neigt. Weitere Tipps zum Thema Selbstpräsentation bei der Vorstellung im Unternehmen gibt es im Internet oder als Ratgeber in Buchform. Anke Quittschau empfiehlt Arbeitnehmern darüber hinaus, sich individuell von einem Karriere-Coach beraten zu lassen: „Solche ein Investment kann sich bei Bewerbungen auszahlen!“

7. Unrealistische Gehaltsvorstellung

Fast drei von fünf der wechselwilligen Arbeitnehmer (59 Prozent) nennen laut Forsa-Umfrage als Motiv für ihre Jobsuche ein unbefriedigendes Gehalt. Aber darf man bereits im Vorstellungsgespräch anfangen zu verhandeln? „Wenn die Frage nach den Gehaltsvorstellungen kommt, sollte man auch darauf antworten“, sagt Quittschau. Es zahle sich aus, wenn ein Bewerber sich vorher nach den üblichen Branchentarifen erkundigt.

Etwas mehr als das vom Arbeitgeber vorgeschlagene Gehalt dürften die Kandidaten durchaus fordern: „Das ist ja auch der Sinn der Verhandlungen“. Jedoch sollte die erwartete höhere Entlohnung nie als Grund für den Jobwechsel genannt werden: „Kein Arbeitgeber möchte den Eindruck erwecken, dass er Mitarbeiter der Konkurrenz aufkauft. Das ist kein guter Stil“, so Quittschau. Auch sollten Bewerber ihre ehemaligen Arbeitgeber nicht schlecht machen oder als Lohndumper darstellen. „Wichtig ist, dass Sie von dem neuen Unternehmen überzeugt sind, etwa von dessen Strategie, Internationalität oder dem neuen Team. Das sollten Sie durchblicken lassen – und nicht, dass Sie käuflich sind.“

Selbst nach dem Gespräch können sich Bewerber noch positiv präsentieren, etwa indem sie sich einen Tag später mit einer höflichen E-Mail für das Gespräch bedanken. „Ein gut formuliertes Dankeschön wirkt sympathisch und kann gerade, wenn der Personaler sich zwischen mehreren Kandidaten nicht entscheiden kann, das Zünglein an der Waage sein“, raten die Experten von Jobscout24. Quelle: www.ksta.de

Wer auf Nummer sicher in seinem nächsten Bewerbungsgespräch gehen möchte, läßt sich am besten von einem Profi helfen. Der Bewerbungscoach Jörns Bühner aus Berlin hilft mit seinem Bestseller Ratgeberbuch ganz exzellent. Mehr Infos und Bestellmöglichkeiten hier: http://mein-perfektes-bewerbungsgespraech.com

 

 

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Für die perfekte Bewerbung…

Dienstag 1. Januar 2013 von Der Bewerbungsratgeber

Wer sich um einen neuen Job bewirbt, zerbricht sich oft den Kopf: Sollten alle bisherigen Jobs in der Bewerbung erwähnt werden, ist ein Foto unbedingtes Muss? Und wie stark darf ein Bewerber seine Daten aufhübschen – wenn überhaupt? Wir verraten Ihnen, wie Sie mit einer perfekten Bewerbung glänzen.

Für den ersten Eindruck gibt es – gerade bei der Jobsuche – keine zweite Chance. Liegt die Bewerbung einmal auf dem Tisch des Personalchefs, zählt nur noch das gedruckte Wort. Wer sich gut vorbereitet und in seinen Unterlagen zeigt, dass er die Anforderungen des Unternehmens erfüllt, ist auf dem richtigen Weg. Das klingt einfach, ist aber wirksam, sagt Karriereberaterin Sabine Kanzler aus Ingelheim am Rhein.

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Vorsicht bei “passenden Vorlagen” aus dem Netz

Bei der Bewerbung könnten Unerfahrene von den unzähligen Vorlagen im Netz profitieren, sollten diese aber nur als Gerüst sehen und nie eins zu eins übernehmen, rät Bewerbungsexpertin Sabine Neumaier aus Berlin. “Die Bewerbung muss zur Person passen”, bestätigt Kanzler.

“Erstmal sollte man sich über den eigenen Stand bewusstwerden. Welche Qualifikationen, welche Stärken habe ich?”, erklärt die Fachfrau. Bewerber sollten das Stellenprofil ihres Traumjobs gut kennen und prüfen, welche eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten sich in den Erwartungen des Unternehmens widerspiegeln. Die sollten in der Bewerbung hervorgehoben werden. Wer dabei aber übertreibt oder gar schummelt, kann böse auf die Nase fallen.

Ehrlich währt am längsten

Ein wenig aufpolieren ist erlaubt, Jobsuchende sollten aber bei der Wahrheit bleiben – sonst kann es im Bewerbungsgespräch schnell unangenehm werden. Clevere Jobkandidaten informieren sich dafür außerdem über das den Job anbietende Unternehmen und die Branche – beispielsweise durch den Internetauftritt der Firma.

Doch nicht nur der Inhalt, auch die Optik der Bewerbung zählt. Bei der Auswahl Bewerbungsmappe ist weniger mehr. Sabine Kanzler rät etwa von mehrseitigen Mappen ab. Diese könnten vielen Personalchefs missfallen, weil sie aufgeklappt den halben Schreibtisch einnehmen. Besser sei eine leichte, gut handhabbare und stabile Klemmmappe.

Eselsohren sind tabu

Auf der sicheren Seite lägen Bewerber mit Farben wie dunkelblau oder dunkelgrün. Das verwendete Papier brauche nicht höherwertiger als normales Druckerpapier zu sein. Auch beim Layout müssten Jobkandidaten nicht um jeden Preis auffallen, betont die Expertin. “Wenn die Bewerber die gleiche Energie in den Inhalt investieren würden, wären alle glücklich.” Qualität schade dennoch nicht, findet Neumaier. Die Bewerbung dürfe keinesfalls verschmutzt sein oder Eselsohren haben. Bei Führungskräften sollten Mappe und Papier edel sein.

Unsicher sind Bewerber auch oft bei der Frage: Deckblatt – ja oder nein? Zumindest bei einer Bewerbung per E-Mail kann es ganz weggelassen werden. “Da muss der Empfänger nur noch mehr scrollen”, sagt Kanzler. Ein Deckblatt sei aber sinnvoll, wenn im Lebenslauf kein Platz mehr für die Kontaktdaten ist.

Fotos vom Profi machen lassen

Muss ein Foto wirklich sein? Ein Bild des Jobkandidaten darf in Deutschland nicht mehr verlangt werden. Dennoch ist es üblich, eins mitzuschicken, und die Investition in ein professionelles Foto lohnt sich auf jeden Fall. “Ziemlich albern kommen Bilder aber in Denkerposen herüber”, warnt Kanzler. “Und darauf achten, dass die Haare sitzen und die Kleidung stimmt”, rät Neumaier.

Stimmen muss auch das Anschreiben: “Es soll keine Nacherzählung des Lebenslaufes sein”, erläutert Karrierespezialistin Kanzler. Das Anschreiben – idealerweise nicht länger als eine Seite – ist demnach eine gute Gelegenheit, zu glänzen – mit den eigenen Erfahrungen. Floskeln wie “mit großer Begeisterung habe ich von der Stelle erfahren” oder “in mir finden Sie eine flexible und motivierte Mitarbeiterin” seien hingegen verzichtbar.

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Konkrete Beispiele statt Floskeln im Anschreiben

Aufschlussreicher sei es, etwa von konkreten Aufgaben oder Projekten zu erfahren, die der Bewerber bisher bewältigt hat. “Beschreiben Sie praktische Beispiele aus der Vergangenheit, in denen bestimmte Eigenschaften sichtbar werden”, rät Kanzler. Bewerber sollten laut Neumaier keine Schleimspur hinterlassen, aber in einem Nebensatz erwähnen, warum sie gerade in dieses Unternehmen wollen.

Im Anschreiben haben Jobkandidaten Gelegenheit, im Lebenslauf aufgeführte Aktivitäten zu erläutert, die ihnen wichtig erscheinen – etwa ehrenamtliche Tätigkeiten. Auch etwa erklärungsbedürftige Lücken im Lebenslauf lassen sich darin erläutern. “Es ist besser, damit offen umzugehen”, empfiehlt Kanzler. Hat ein Schulabgänger etwa schlechte Noten, sich aber zum Beispiel über ein Freiwilliges Soziales Jahr weiterentwickelt, sollte er seine dazugewonnenen Erfahrungen an der Stelle erwähnen.

Lebenslauf muss nicht chronologisch sein

Eine entscheidende Rolle in den Unterlagen spielt der Lebenslauf. Er muss laut Sabine Neumaier sämtliche Berufserfahrungen und Qualifikationen beinhalten. Immer mehr durchgesetzt hat sich dabei der anti-chronologische Lebenslauf, der mit der Gegenwart beginnt. Diese Übersicht sollte klar strukturiert sein. Bei den Angaben von Zeiträumen genügt es, Monat und Jahr anzugeben. Datum und Unterschrift sind unbedingt erforderlich.

Grundsätzlich können im Lebenslauf alle Berufserfahrungen aufgeführt werden, langjährig Berufstätige müssen darin aber nicht alle Aushilfstätigkeiten und Nebenjobs angeben. “Wenn es sich nur um eine Station in ihrem Leben handelt, dann nicht”, empfiehlt Bewerbungsexpertin Kanzler.

Die für den ausgeschriebenen Job wichtigen Positionen können mit mehr als zwei Stichworten ergänzt werden. Schulabgänger sollten beispielsweise erwähnen, wenn sie einmal Zeitungen ausgetragen haben. “Das zeigt, dass sie Disziplin haben und morgens aufstehen, um den Job durchzuziehen”, sagt Neumaier.

Vorsicht bei der Angabe von Hobbys

Hobbys und Interessen gehören nur dann in den Lebenslauf, wenn sie etwas über die Qualifikation des Bewerbers für die gewünschte Arbeitsstelle aussagen. “Wenn jemand im Sportverein ist, kann man daraus ablesen, dass er Teamplayer ist”, erklärt Neumaier. Auch Sabine Kanzler rät zu Vorsicht bei den Hobbys: “Man will bestimmte Impulse und Informationen geben, aber es ist nicht gesagt, dass der Empfänger das genau so interpretiert, wie Sie gedacht haben.”

Experten uneinig über “Seite drei”

Bei der sogenannten Seite drei – eine Art “Über mich”-Seite – gehen die Meinungen auseinander. “Sie ist meistens überflüssig”, findet Expertin Neumaier. Bei der Bewerbung eines Mechatronikers zum Beispiel wirke das lächerlich. Anders sei es bei Führungskräften, die könnten dort über ihre Einstellungen und Projekte erzählen.

Nach Ansicht von Karriereberater Jürgen Hesse hingegen bietet die “Seite drei” die Möglichkeit, sich von der Masse abzuheben. Der Vorteil sei, dass Bewerber dem Personaler dort zusätzliche Informationen über sich geben könnten. Das dürfe aber nicht ausufern. Hesse empfiehlt, in weniger als zehn Zeilen zu erklären, warum man der oder die Richtige sei.

Was in die Anlagen gehört

Zu einer perfekten Bewerbung gehören außerdem vollständige Anlagen. Grundsätzlich zählen dazu alle Arbeitszeugnisse, auch die nicht so positiven. “Bloß keine Auswahl treffen, die Lücken fallen auf”, warnt Kanzler. Beigelegt werden sollte zudem das Zeugnis über den höchsten Bildungsabschluss sowie Zertifikate und auf Wunsch auch Arbeitsbelege.

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