Stellenanzeigen unbedingt richtig gründlich lesen
Donnerstag 15. März 2012 von Der Bewerbungsratgeber
Wer eine Stellenanzeige nicht aufmerksam genug liest, schickt möglicherweise eine falsche Bewerbung ab und Absagen und Frust sind vorprogrammiert.
“Bewerber lesen Stellenausschreibungen nicht gründlich genug”, sagt Dierk Rommel, Coach und Karriereberater in Hamburg. “Zu häufig schauen sie nur darauf, wie die Stelle und das Unternehmen heißen.” Die Folge: Bewerber verschicken ihre Unterlagen, obwohl die Stelle nicht richtig zu ihnen passt. Zeitverschwendung für das Unternehmen, programmierter Frust für die Bewerber. Rommel: “Die meisten scheitern, weil sie sich nicht mit den in der Ausschreibung genannten Aufgaben auseinandersetzen.”
Herausfinden, ob er zur Stelle passt, kann ein Bewerber, wenn er weiß, was er kann und was er will. “Ist man ein Analytiker oder der Pragmatiker? Arbeitet man teamorientiert, will man Mitarbeiterverantwortung oder internationale Einsätze?” Gut, wenn der Kandidat sich vorab klargemacht hat, was er von seiner künftigen Stelle erwartet, welche Anforderungen er erfüllen kann – und welche nicht.
Die meisten Stellenanzeigen geben einen guten Einblick in die Eckdaten des Jobs, findet der Karriereberater. “In der Regel werden drei bis vier Hard Facts genannt, etwa was die Ausbildung und die Berufserfahrung angeht”, sagt er. “Außerdem ebenso viele Soft Skills, die der Kandidat mitbringen soll.” Wer sich Gedanken über sein eigenes Profil gemacht hat, kann dann relativ leicht seine eigenen Schlüsselbegriffe mit denen in Stellenanzeigen abgleichen.
Fehlen konkrete Angaben, sollte der Bewerber im Unternehmen anrufen. Oft werde es inhaltlich dünn, wenn es um die Größe des zu führenden Teams geht, sagt Rommel. Oder es werde nicht deutlich, ob mit den “internationalen Projekten” eine Handvoll Kontakte nach Österreich gemeint sei oder eine Zusammenarbeit mit halb Europa.
“Die wenigsten Bewerber rufen aber im Unternehmen an”, sagt der Karriereexperte. Wenn in den Kontaktdaten aber eine Telefonnummer genannt ist, erwarte das Unternehmen sogar einen Anruf. “Mit einer cleveren Frage.” Wie es etwa Erkundigungen nach der Zahl der Mitarbeiter oder der Bedeutung von “international” eben seien. “Es wird notiert, wer mit welcher Frage angerufen hat”, sagt Rommel. So dokumentiert der Bewerber sein Interesse und Engagement. “Außerdem kann er sich im Anschreiben dann gleich auf das Telefonat beziehen.”
Wie groß eine Anzeige ist, spiegelt die Dotierung wider und den Handlungsspielraum, den der neue Mitarbeiter erwarten kann. Wie die Anzeige gestaltet ist, nüchtern oder lebhaft, ob die Sprache locker oder steif wirkt – das sagt etwas über die Firmenkultur. Rommel: “Mitunter findet man sogar das ‘Du’ in Anzeigen. Das weist auf einen unkomplizierten Umgang hin.”
Andererseits zeugten sehr viele Substantive eher von einem klassischen, autoritären Stil im Unternehmen. Wer sich wo am besten aufgehoben fühlt ist eine Typfrage. “Am besten, man lässt sich von seinem Bauchgefühl leiten, damit liegt man meistens richtig”, sagt Rommel.
Von den Anforderungen in einer Anzeige sollten Bewerber mindestens 70 Prozent erfüllen. “Die restlichen 30 Prozent sind die Wechselmotivation”, sagt der Coach. Beides muss in der Bewerbung belegt werden. Wenn etwa “Teamfähigkeit” gefragt ist, sollte man nicht nur behaupten, gern mit Menschen zu arbeiten. “Erklären Sie, wie Sie das unter Beweis gestellt haben”, sagt Rommel. “Gehen Sie zum Beispiel auf Ihre bisherige Schnittstellenfunktion ein oder erklären Sie, wie Sie Ideen mit Kollegen gemeinsam weiterentwickelt haben.” Pro Soft Skill reiche ein kurzer Beleg. “Aber dann sieht der Empfänger: Dieser Bewerber hat sich mit der Anzeige wirklich auseinandergesetzt.”
So wie Dierk Rommel sieht es auch der Bewerbungscoach Jörns Bühner aus Berlin: “Ich zeige den Menschen wie sie eine wirklich perfekte, erfolgreiche Bewerbung für sich erstellen, aber die jeweils richtige Auswahl der Stellenanzeige setze ich dabei natürlich schon voraus.” Der bekannte Bewerbungstrainer und Buchautor sagt weiter: “Es nützt die beste und herrausragendste Bewerbung nichts, wenn die Stellenausschreibung nicht wirklich gut zu mir passt.”
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 15. März 2012 um 18:40 und abgelegt unter Bewerbung schreiben, Bewerbungen per E-Mail, Bewerbungscoaching, Bewerbungsfoto, Bewerbungshilfen, Bewerbungsratgeber, Das Bewerbungsanschreiben, Das Deckblatt, Der Lebenslauf, Die Bewerbungsmappe, Niemals Mustervorlagen, perfekte bewerbung schreiben, richtig bewerben, Vorstellungsgespräch, wie bewerbe ich mich richtig. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.





