Die perfekte Bewerbung schreiben

Wie Sie sich richtig bewerben

Die wahre Bedeutung eines Arbeitszeugnisses

Dienstag 10. Januar 2012 von Der Bewerbungsratgeber

Die geheime Sprache der Personalchefs in Arbeitszeugnissen kann über Ihre berufliche Zukunft entscheiden.

Wer sein Arbeitszeugnis richtig deuten und entschlüsseln kann, ist klar im Vorteil.

Arbeitszeugnisse geben oft genug Grund zur Beanstandung. Ältere, zurückliegende Zeugnisse verlieren zwar in der Bewertungsskala der Personaler mit den Jahren immer mehr an Bedeutung. Umso wichtiger ist es aber, sich bei frischen Arbeitszeugnissen vor zu schlechten Bewertungen zu schützen.

E-Buch-Titel-Geheimcode in

"Der entschlüsselte Personalchef-Code"

Und für zu schlechte Zeugnisse gibt es mehr mögliche Ursachen, als einfach nur schlechte Leistungen des Arbeitnehmers. Zeugnisausstellende sind nämlich keineswegs immer nur objektive Beurteiler, sondern häufig genug direkt betroffen und befangen. Ob es Missfallen um den unerwünschten Weggang eines Arbeitnehmers ist – vielleicht sogar zur Konkurrenz, unstimmige “Chemie” zwischen Beurteiltem und Vorgesetzten, die Folgen eines innerbetrieblichen Mobbings, oder einfach Nachlässigkeit bei der Zeugniserstellung, vieles kann sich für Sie ungerechtfertigt nachteilig auf Ihr Zeugnis auswirken.

Prüfen sie daher neue Zeugnisse stets auf das Genaueste! Die rechtliche Durchsetzung von Zeugnisberichtigungsansprüchen hat in der Regel gute Aussicht auf Erfolg. Lassen Sie sich dabei stets von einem “Fachanwalt für Arbeitsrecht” beraten und vertreten.

Arbeitszeugnisse sind eine wahre Spielwiese für versteckte Signale. Die Verwendung von verschlüsselten Botschaften ist weit verbreitet. Einige Floskeln und Formulierungen sind inzwischen zwar verbreitet bekannt, doch werden Zeugnisaussteller immer findiger, ihre Duftmarken im Verborgenen zu setzen.
Auch wenn Sie keine Chance mehr sehen, Ihre Arbeitszeugnisse anzufechten, sollten Sie um die darin enthaltenen Aussagen gut bescheid wissen.

Falls Sie zu einem Vorstellungstermin eingeladen werden, können Sie davon ausgehen, daß auch jene Themen zur Sprache kommen, welche in Ihren Zeugnissen als Schwachpunkte ausgewiesen sind. Gut für Sie, wenn Sie diese Stellen zuvor selbst erkennen und interpretieren können und so die Chance erhalten, sich plausible Antworten vorzubereiten!

Für Ihre erste Beurteilung Ihres Zeugnisses ist es daher wichtig, sich mit häufig verwendeten Geheimcodes vertraut zu machen.

Ein sehr hilfreicher und nützlicher Ratgeber zum entschlüsseln von Arbeitszeugnissen ist „Der entschlüsselte Personalchef-Code“.

Nach § 113 (3) der Gewerbeordnung heißt es übrigens:
Den Arbeitgebern ist untersagt, die Zeugnisse mit Merkmalen zu versehen, welche den Zweck haben, den Arbeitnehmer in einer aus dem Wortlaut des Zeugnisses nicht ersichtlichen Weise zu kennzeichnen.

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Das sagen Personaler zu der so genannten “Dritten Seite” einer Bewerbung

Montag 9. Januar 2012 von Der Bewerbungsratgeber

Manche Ratgeber empfehlen Bewerbern häufig die “Dritte Seite” bei Bewerbungen, unter anderem, um sich aus der Masse der Kandidaten hervorzuheben.

Doch ist das wirklich sinnvoll oder gar hilfreich? Wir haben einige Personaler deutscher Unternehmen befragt, was sie von der “Dritten Seite” halten.

Tanja Kaapke, TUI Leiterin Human Resources Management:

“Zusätzliche Informationen sind immer dann sinnvoll, wenn sie einen wirklichen Mehrwert gegenüber den anderen Bewerbungsunterlagen darstellen. So sollte sich ein Kompetenzprofil auf die ausgeschriebene Stelle beziehen und nicht einfach standardmäßig an jede Bewerbung angehängt werden.

Dritte Seite in

Ist eine "Dritte Seite" bei einer Bewerbung sinnvoll?

Grundsätzlich ist es wichtig, dass das Gesamtpaket der Unterlagen ein schlüssiges und stimmiges Bild über den Bewerber liefert. Wenn das Kompetenzprofil aussagekräftig und überlegt gestaltet wird, kann es in der Sichtung und Vorauswahl von Bewerbungen wichtige Hinweise liefern.”

Jörns Bühner, Personaler und Bewerbungscoach in der Agentur Bühner Personaldienstleistungen:

“Nun, die ‘Dritte Seite’ hat ihren Ursprung in den USA. Ich halte die ‘Dritte Seite’ für nicht unbedingt notwendig. Es kann durchaus mal Fälle geben, wo eine zusätzliche Information diesen Platz benötigt, aber generell kann man auch gut darauf verzichten. Eine wirklich gute, erfolgreiche und somit perfekte Bewerbung weist andere, ganz bestimmte Merkmale auf. Diese Dinge zu beherrschen und sich so von der Masse hervorzuhaben, sich ganz einzigartig, besonders, positiv auffallend und unverwechselbar zu machen, das macht letztendlich den entscheidenden Unterschied aus. Erst wenn diese Dinge bereits berücksichtigt sind, kann man evtl. mal über die Notwendigkeit einer ‘Dritten Seite’ nachdenken.”

Frauke Baumgarten, Leiterin OTTO-Recruitment:

“Eine ‘Dritte Seite’ oder ein Kompetenzprofil werden von Bewerbungsratgebern gern empfohlen, um die eigene Motivation für die Bewerbung sowie vertiefende Angaben zum Lebenslauf und den fachlichen Kompetenzen darzustellen. Eine solche Zusatzseite erachten wir bei OTTO allerdings als überflüssig, denn ein Kandidat sollte sein Interesse an der vakanten Position und am Unternehmen schon im Anschreiben deutlich machen können. Fachliche Kompetenzen wie beispielsweise Projektleitung, vertriebliches oder technisches Know-how gehören unserer Meinung nach in den tabellarischen Lebenslauf – und zwar zugeordnet zur beruflichen Station, bei der sie erworben wurden.

Zusätzliche Informationen über den Kandidaten sind in einer Bewerbung selbstverständlich von Vorteil und sehr wichtig … nur bitte nicht auf einer Extraseite. Vertiefende Angaben zur eigenen Person wie beispielsweise Vorlieben oder Interessen werden dann – sofern sie aus Anschreiben und Lebenslauf nicht hervorgehen – im persönlichen Gespräch thematisiert. Und über eventuelle Lücken in der Vita können sich Kandidat und Recruiter persönlich im Vorstellungsgespräch viel besser unterhalten – eine ‘Dritte Seite’ ist hierfür wirklich nicht notwendig.”

Dr. Christian Wein, Leiter Nachwuchskräfteentwicklung der Axel Springer AG:

“Eine ‘Dritte Seite’ halte ich nicht für nötig, da ich beim Lesen von Bewerbungen vor allem Wert auf ein gut formuliertes Anschreiben sowie einen schlüssigen Lebenslauf lege. Passen diese auf die ausgeschriebene Stelle, so lade ich zum Bewerbungsgespräch ein. Hier hat der Bewerber dann die Gelegenheit, sich von seiner ‘besten Seite’ zu zeigen.”

Sabine Schönberg, Leiterin Career Developement bei der Volkswagen AG:

“In den Bewerbungen an uns wird die ‘Dritte Seite’ nur selten verwendet. Die Bewerber nutzen Anschreiben und Lebenslauf, um ihr Kompetenzprofil darzustellen. Ob Schüler, Studenten, Absolventen oder Berufserfahrene: Uns interessieren Automobiltalente, die wir zu erstklassigen Fachleuten ausbilden beziehungsweise als Spitzenkräfte weiterentwickeln. Talentiert ist, wer Begeisterung für das Auto, die Technik und natürlich die Produkte von Volkswagen mitbringt … dazu engagiert, flexibel und kundenorientiert in seinen Beruf gehen möchte. Das sollte sich in der Bewerbung neben den üblichen biografischen Daten unbedingt widerspiegeln. Sehr oft wird dafür das Anschreiben genutzt.

Motivation und Kompetenz auf der ersten Seite auszudrücken, ist vorteilhaft – weil schon hier Profil sichtbar wird. Um ein vollständiges Bild vom Bewerber zu bekommen, sollten in gebotener Kürze auch besondere Freizeitprojekte und Fähigkeiten angegeben werden. Das können Engagements für die Gesellschaft, für Internationalität, für Technik, Sport oder Kultur sein. Häufig ist das in einer gesonderten Rubrik des Lebenslaufes zu lesen. Eine Extra-Seite ist nicht unbedingt notwendig.”

Alexandra von Hobe, Personalreferentin beim Hamburger Familienunternehmen Gebr. Heinemann:

“Natürlich entscheiden Personaler unterschiedlich. Aber in erster Linie lesen sie das Anschreiben und den Lebenslauf. Alles andere überfliegen sie. Ich will zum Beispiel wissen, warum sich ein Bewerber für unser Unternehmen und die ausgeschriebene Position interessiert. Welche Kenntnisse der Bewerber hat, erfahre ich im Lebenslauf. Zusätzliche Unterlagen wie eine ‘Dritte Seite’ können fehlende Kenntnisse nicht ersetzen.”

Thomas Dittrich, Recruiter bei der Techniker Krankenkasse:

“Kompetenzprofile sind im Kommen. Aber  weder sie noch die ‘Dritte Seite’ ist für unsere Entscheidung ausschlaggebend. Für diese zusätzlichen Informationen bleibt bei der großen Anzahl an Bewerbungen oft kaum Zeit. Wir entscheiden im Wesentlichen nach harten Kriterien wie der Passgenauigkeit zwischen Bewerber und Stelle. Das, was Bewerber auf der ‘Dritten Seite’ schreiben, wird in der Regel ohnehin im Vorstellungsgespräch  thematisiert.”

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